Montag, 4. Februar 2008


sieh an, sieh an - nichts ahnend, in keinster Weise auf dem Laufenden, was die Stadt sich an N.Y., P. oder T. anbiedernd so veranstaltet, um sich szenig nennen zu dürfen, folgte ich den Rufen einer Kollegin in die Bar "Tausend". Hätte mir vorgestern jemand gesagt, dass ich mich zwischen Pelzbekleideten, Beschlipsten und Ferngesteuerten Menschen stelle und um einen Winzersekt bettele - ich hätte an Wahnvorstellungen gedacht. Immerhin brauchten wir zwei Anläufe, um an der Tür vorgelassen zu werden.
Hier war ich nun und weiß gar nicht wie ich es bewerten soll. Das Interieur im 007-Stil, viele vermeintlich stilvoll gekleidet, ein älterer Herr, der im Sinne eines "Hauchbären" zum negriden Clubsound das Mic bemühte und jede Menge studierbare Verhaltensbiologie: ein weiblicher Schal, der an männlichen Nasenspitzen vorbei jongliert wurde, um sich lasziv am Auserwählten (der immer mal wieder wechselte) zu betanzen; Provinzböcke, die zur Szene gehören wollten; Verunsicherte (z.B. ich), die sich etwas fehl am Platze fühlten . . .
Nach dem zweiten Winzersekt kehrte die Ruhe zurück und ich genoss den Abend, an dem ich mal wieder über einen Schatten gesprungen bin.
http://www.morgenpost.de/content/2007/10/21/berlin/927733.html
http://www.mixology.eu/blog/drinksblog/bar-tausend-in-berlin

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